Katastrophenschutz-Übung in Villmar

Am Morgen des 21. April kam es in Villmar zu einem Großaufgebot an Blaulichtfahrzeugen und Einsatzkräften: Die Katastrophenschutzzüge des Südkreises trafen sich zu ihrer jährlichen Übung und fanden eine Großschadenslage vor. Angenommen wurde der Absturz eines Kleinflugzeugs an der Rückseite der Johann-Christian-Senckenberg Schule.

Das Flugzeug sowie Teile der Schule gerieten in Brand. Im Flugzeug waren Personen eingeklemmt und teils schwer verletzt. In der Schule arbeitete zum Unglückszeitpunkt eine unbekannte Zahl an Schülern an einem Projekt. Das Feuer und die starke Rauchentwicklung gefährdete die verletzten Passagiere des Fliegers sowie die Kinder in der Schule und erschwerten deren Rettung. Zu allem Überfluss kam es in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes zu einem schweren Verkehrsunfall, in den ein Pkw, ein Lkw sowie ein Bagger verwickelt waren. Auch hier galt es die teils eingeklemmten Personen in Sicherheit zu bringen und dem Rettungsdienst zu übergeben. Während der Brandbekämpfung wurde sodann auch noch ein Zusammenbruch der Leitungswasserversorgung eingespielt, sodass als Alternative Wasser aus der Lahn zum Brandobjekt gefördert werden musste.

Dieser Schadenslage sahen sich nun die Katastrophenschutzzüge Selters, Limburg, Hünfelden, Bad Camberg und Villmar gegenüber, unterstützt von dem Malteser Betreuungszug. Insgesamt übten an diesem Samstag 170 Einsatzkräfte in Villmar. Ziel der Übung war es einerseits die Zusammenarbeit der Feuerwehren und Rettungsdienst untereinander zu verbessern. Andererseits stellt es für die Einsatzleitung eine Herausforderung dar, eine so große Zahl an Einsatzkräften, Fahrzeugen und Einsatzlagen zu führen und zu koordinieren. Auch dies galt es im Rahmen der Veranstaltung zu üben. Während sich die zuerst eintreffenden Feuerwehren zunächst um die Bekämpfung des Flugzeugbrandes und die Rettung der eingeschlossenen Passagiere kümmerten, musste ein Bereitstellungsplatz an der König-Konrad-Halle für die nachrückenden Kräfte eingerichtet werden. Während der Brandbekämpfung wurde sodann auch noch ein Zusammenbruch der Leitungswasserversorgung aufgrund von Bauarbeiten am Hochbehälter eingespielt, sodass als Alternative Wasser aus der Lahn zum Brandobjekt gefördert werden musste.

Die in Bereitstellung befindlichen Kräfte mussten nun auf die übrigen Übungsszenarien angesetzt werden: Rettung der Personen aus der verrauchten Schule, Aufbau einer Löschwasserversorgung mit 1,2 Kilometern Schlauchleitung von der Lahn zur Schule, Rettung der in den Verkehrsunfall verwickelten Personen. Die große Zahl von „Verletzten“ wurden dem Malteser Hilfsdienst übergeben, der vor Ort einen Betreuungsplatz einrichtete. Unterstützt wurde die „Einsatzleitung“ vom Einsatzleitwagen (ELW 2) des Landkreises Limburg-Weilburg.

Der Villmarer Gemeindebrandinspektor Lars Falkenbach sowie die Übungsplaner um Zugführer Tobias Höhler, zeigten sich zufrieden mit dem Ablauf der Übung, der Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen und dem Engagement der 170 Einsatzkräfte. Ein besonderer Dank der Verantwortlichen galt den Verletzten-Darstellern, die von 25 Jugendlichen der Jugendfeuerwehren des Marktfleckens Villmar dargestellt wurden. Von der Leistung der Einsatzkräfte beeindruckt zeigte sich vor Ort auch der Villmarer Bürgermeister Arnold-Richard Lenz. Die Übung klang nach rund dreieinhalb Stunden mit einem gemeinsamen Mittagessen und kühlen Getränken aus.

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